Nicht alle Menschen sind Suchtkrank und nicht immer ist man sich Abhängigkeiten bewusst, aber ich behaupte, das fast jeder Mensch irgendwie süchtig ist.

Substanzen, Zustände, Verhaltensweisen, Abläufe, Ereignisse, Handlungen.

Liebe, Geld, Konsum, Leistung, Zucker, Weizen, Koffein, Fett, Zusatzstoffe, Zwang, Anerkennung, Information, Arbeit, Sex, bestimmte Verhaltensweisen, Sport, Spiele, Fernsehen, Computer, Medikamente, Alkohol, Nikotin, Drogen ………….

Dies sind bekannte Beispiele aber man kann nach so ziemlich allem süchtig sein.
Manches macht direkt oder nach einiger Wiederholung, körperlich und psychisch abhängig, manch anderes ist eine reine psychische Abhängigkeit.

Doch keine Sucht ist “nur“ körperlich.
Die Psyche ist auch hier immer der entscheidende Faktor.

Und die psychischen Fassetten der Sucht sind vielfältig.
Die Sucht erschafft Gedanken und lebt von diesen Gedanken. Durch ihre eigens erschaffenen Denkmuster kann die Sucht länger und länger überleben. (z. B. “Ich brauch das“.)

Sie ist wie ein Parasit der je nachdem, schnell oder schleichend Besitz vom Menschen ergreift.

Wie Roboter oder ferngesteuert gehen wir dem Laster nach.

Oft laufen sie auch unbewusst ab, solche oder ähnliche teils paradoxe Gedankengänge.

“Wenn ich das wieder mache kann ich klarer denken und finde vielleicht eine Lösung das nicht mehr machen zu müssen.“

“Meine Gedanken nerven mich, ich weiß jedoch wie ich sie schnell wegbekommen kann ohne nachdenken zu müssen.“

“Ich konsumiere etwas, weil ich dann keine Gedanken mehr darüber habe ob ich konsumieren soll oder nicht.“

“Das ist ungesund und ich fühl mich schlecht deshalb mach ich es nur noch einmal um mich schnell besser zu fühlen.“

“Ich hab eins schlechtes Gewissen das ich es wieder getan habe also tue ich es wieder um das schlechte Gewissen zu vergessen.“

“Ich bin zu dick, zu hässlich, zu alt zu…….“
“Ich will das nicht mehr denken müssen, schnell brauch ich einen Schokoriegel eine Zigarette eine Flasche.“

“Ich brauch das um entspannen zu können. Nur das hilft mir schnell zu relaxen.“

“Ich bin im stetigen Mangel es fehlt mir an dem oder an dem. Außer an dem, das kann ich jederzeit machen bzw haben.“

“Es ist immer für mich da und lässt mich nie im Stich. Die Sucht gibt mir Beständigkeit und halt.“

“Diese Welt ist zu grob das Umfeld zu unerträglich ohne DAS kann ich nichts ertragen.“

“Ich bin einsam aber die Sucht ist immer für mich da.“

“Ich hasse mich und das werde ich meinen Körper spüren lassen.“

“Ich habe Angst mich zu verändern, wenn ich aufhöre.“

“Ich bin OHNE ein anderer Mensch, das Laster ist ein Teil von mir.“

“Ich habe Angst das Leben ohne “Das“ nicht zu ertragen.“

“Ich trinke noch ein Bier, weil ich nach dem Bier auf Gedanken kommen könnte welche mich vom Biertrinken abhalten.“

“Diese innere Unruhe nervt, ich gehe lieber meinem ersten Gedanken nach. (und dieser heißt meistens Realitätsflucht durch das Suchtmittel).“

“Nur einmal noch.“

“Tue ich es nicht, werde ich noch unruhiger.“

“Diese innere Leere kann ich nur dadurch ändern.“

“Ich brauch das jetzt um herunterzukommen.“

“Ich möchte dem Alltag entfliehen. Die andere Wirklichkeit gefällt mir mehr.“

“Ich hab mir das jetzt verdient.“

“Ich mach es damit das ewige hin und her – überlege ob ich es machen soll oder nicht endlich aufhört.“

“Ich will nicht ständig im Alltag daran denken müssen es nicht zu tun, sondern mich auf den Alltag konzentrieren.“

sucht abhängigkeiten süchte

Zweifeln ob das richtig ist bestärkt oft noch das Verlangen des ersten Gedanken, welcher Konsum oder Auslebung bedeutet.
Doch zweifeln und grübeln ist normal hin und wieder, genau so wie Höhen und Tiefen es sind. Und auch Stress ist in einem gewissen Rahmen normale menschliche Reaktion ab und zu.
Aber all dies sind Situationen die Unruhe erzeugen.
Unruhe ist auch Teil unseres Daseins. Nur eben nicht als stetiger Dauerzustand geeignet.

Doch der erste Gedanke bei Unruhe ist oft der griff zum Laster oder zur Sucht.

Dieser Konsum oder diese Auslebung hilft kurz, erschafft aber wieder vielmehr innere Unruhe fernab der normalen menschlichen und alltäglichen, lebensbedingten Unruhe.

Gedanken ketten sich an die Unruhe und an das Mittel welches wir als einfachsten oder als Erstes zur Prävention (sei es auch wie meist nur Kurzfrist) entdeckt oder entwickelt haben, soll uns heilen und uns die Unruhe nehmen, uns besser fühlen lassen, uns bestätigen uns klarer denken lassen oder uns vernebeln und ausschalten, beruhigen und den Alltag vergessen lassen. Es reichen schon die Gedanken an die Suchtauslebung und unser Gehirn schüttet kurzzeitig Glücksgefühle (Z.B Dopamin) aus.

Manche Verhaltensweisen sind noch kein Grund sich Sorgen zu machen, manche erst ab einer bestimmten Intensität und manche sollten ernsthaft behandelt werden um wieder mehr Lebensqualität und Gesundheit zu bekommen.

Wir schlauen Biester tricksen uns stetig aus.

Wir tricksen mit kleinen oder großen Lastern bis hin zu Süchten, Ticks und endlosen schädlichen Gedankengängen.
Die Sucht verändert unsere Wahrnehmung und Verknüpfungen im Gehirn. Ganz gleich was auch die Sucht damals ausgelöst hatte, ab einem bestimmten Punkt redet man sich die Sucht oft schön und oft handelt man dann auch dementsprechend um das alles rechtfertigen zu können.

z.B “Mir gehts so schlecht ich hab mir das jetzt verdient.“

“Ich darf das, jeder hat doch sein Laster.“

“Sterben müssen wir sowieso alle.“

Ja klar, also warum das Leben dann mit einer Abhängigkeit leben und vielleicht sogar verkürzen und erschweren. Nicht selten ist eine Sucht auch kostspielig

  • Macht man sich was vor oder nicht?
  • Hat man wirklich noch die volle Kontrolle?
  • Kann man wirklich jederzeit aufhören? Und was hindert einen wirklich daran es zu tun?
  • Schränkt die Sucht dich oder andere ein?
  • Beherrscht sie deinen Alltag oder nimmt weite Teile davon ein?
  • Schadet sie dir oder anderen körperlich – psychisch? 
  • Wenn nein, dann gibt es keinen Grund sich ernsthaft Gedanken darüber zu machen?

Wichtig ist einfach auch sie mal bewusst wahrzunehmen und ehrlich zu betrachten.

Wenn man die Sucht bemerkt und ehrlich zu sich ist, beginnt man wieder Kontrolle zu erlangen und die Zügel selbst in die Hand zu nehmen.

Die Stadien der Sucht am Beispiel Sport.

Es gibt verschiedene Stadien der Sucht. Wer sich zum Beispiel weniger gut fühlt, wenn er nicht regelmäßig Sport treibt kann auch schon Sport süchtig sein. Dies ist sogar ein gesundes und förderliches Stadium. Wenn man jedoch ohne Sport gar keine oder kaum Zufriedenheit spürt und sein Glück darauf stützt, dann kann aus einer gesunden Angewohnheit eine Suchtkrankheit werden. Das kann sich darin äußern das man den Sport massiv übertreibt sich ein Großteil der Gedanken darum dreht und alles andere zu weiten teilen vernachlässigt oder ignoriert wird.

Starke innere Unruhe und übermächtiges Verlangen können deutliche Indikatoren einer Abhängigkeit sein.

Manche Dinge machen schneller süchtig und andere eher schrittweise und schleichend. Wer jeden Tag Sport treibt ist nicht gleich Suchtkrank oder immer noch in einer gesunden Sucht.
Mann muss den Sport schon extrem übertreiben um davon krankhaft schädlich süchtig zu sein. Bei anderen Dingen reicht da schon eine Kleinigkeit aus.

Besonders Substanzen, wie z. B. Nikotin oder Alkohol haben großes Suchtpotenzial.

Bei allem was wir machen sind besonders die Bezugsgedanken entscheidend.

Gesunder Gedanke in diesem Beispiel: “Ich mache wenn es geht jeden Tag Sport, weil es gesund ist und mir gut tut.“
Weniger guter Gedanke: “Ich muss jeden Tag Sport machen um mich gut zu fühlen und hübsch zu bleiben sonst gehts mir schlecht.“

Der nächste Unterschied, besteht in der Intension. Wer jeden Tag einen Halbmarathon läuft der hat sicherlich den gesundheitsfördernden Bereich verloren.

Befreiung findet im Kopf statt.

Veränderung ist die logische Konsequenz, das Leben und die Welt ist voll davon, doch man muss natürlich so manche Veränderung auch selbst bewusst herbeiführen. Hierbei lohnt es sich manchmal gleich mehrere Gegebenheiten im Leben anzupassen. Also nicht nur die Auslebung der Sucht, sondern auch das drumherum, eventuell mal zu betrachten. Und es sich so einfach wie möglich zu machen abstinent zu bleiben. Altes durch neues ersetzen. Manchmal bedarf es vielleicht gar einen Umgebungswechsel. Oft ist jedoch weniger Aufwand notwendig als man befürchtete.

Eine Ablenkung zu dem gewohnten Mustern kann zum Beispiel schon viel bewirken.

Auch eine Verlagerung ist nicht unbedingt schlecht. Wer von Zigarettenabhängigkeit zu einer gemäßigten Sportabhängigkeit verlagert der hat eine deutliche Verbesserung erreicht.

Der entscheidende Schritt findet jedoch im inneren statt. Die Gedanken müssen von der Sucht gelöst oder umgepolt werden. Aus “Ich brauche das um das Leben zu ertragen, kann z. B. “Ich bin stark und halte auch die schlechten Zeiten im Leben viel besser aus ohne dies und jenes tun oder einnehmen zu müssen.“

Besonders wichtig ist es sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen. Nicht gleich alles über den Haufen zu werfen, sondern wieder und wieder zu fighten und am Ball zu bleiben, den Wunsch nach Freiheit wachsen zu lassen und anzunehmen.
Am einfachsten man nimmt sich Hilfe dafür, denn alleine neigt man schneller dazu sich wieder in einer, der obigen Gedankengängen, zu verfahren und selbst auszutricksen.

Mit Hilfe eines unabhängigen Gegenübers lassen sich neue Ansichten, Blickwinkel, Methoden und Wege leichter herausfinden.
Neue Verknüpfungen im Kopf entstehen und werden, wenn konsequent angewandt, die alten Sucht behafteten Muster verblassen lassen.

Schmerz im Leben ist normal. Und eine Sucht beenden oder kontrollieren ist meist erstmal mindestens ein paar Tage lang unangenehm.
Es geht oft im Leben durch das aushallten. Hallte den Schmerz aus, denn er geht immer vorüber. Es wird nicht angenehm am Anfang aber es geht vorüber. Und danach wird es deutlich besser.

Im Schnitt sagt man das es rund 21 Tage dauert um sich an neues zu gewöhnen und dieses gefestigt zu haben. Wer 3 Wochen durchhält der hat gute Chancen jede Veränderung im Leben zu meistern und jeder Gewohnheit dauerhaft den Laufpass zu geben.

Und man kann den Entzug Vorgang in den meisten Fällen auch durch Substanzen vereinfachen.

Jede Sucht ist anders aber entscheidenden Einfluss hat meistens der Neurotransmitter Dopamin. Bei Entzug oder einer Suchtkontrolle kann es hilfreich sein den Dopaminspiegel hochzuhalten. Dies kann den Entzug deutlich erleichtern. Ich empfehle dazu, (auch aus Eigenerfahrung) die Aminosäuren Tyrosin und L Theanin sowie die pflanzlichen Stoffe Brahmi, Maca und Ginko zur Unterstützung. Sinnvoll ist es auch auf ausreichend Magnesium und Vitamin D zu achten. (Bei einer Sexsucht sollte jedoch auf Tyrosin, Theanin und Maca verzichtet werden, da diese Substanzen auch die Libido steigern können. In dem Fall ist es besonders ratsam auf einen ausreichend hohen Serotoninspiegel zu achten, dafür empfehle ich Rosenwurz und die Aminosäure Tryptophan (oder 5 HTP) aus der im Körper Serotonin gebildet wird. ) Besprechen Sie dies am besten alles mit ihrem Arzt oder Heilpraktiker. Auch, wenn das natürliche Substanzen sind, welche auch viele weitere gesundheitliche Vorteile mit sich bringen, so sind Wechselwirkungen mit Medikamenten und Nebenwirkungen auch hierbei nie ganz ausgeschlossen.

Am Ende wird man immer feststellen, das der Weg aus der Abhängigkeit eine der besten Lebensentscheidungen war. Das man sich vieles schöngeredet hat. Das die Angst vor dem Aufhören meist viel größer war als das Aufhören selbst. Das der Halt und die Sicherheit welche einem die beständige Suchtauslebung gegeben hat, nur ein Schein war. Das man die gesparte Zeit und/oder das Geld in wahre Glücksmomente investieren kann. Und das es einen stolz macht das Selbstvertrauen steigert und unheimlich viel positives bewirkt im Leben, wenn man eine Abhängigkeit überwunden hat und das jeder Tag der Abstinenz ein toller Erfolg ist.

Und auch, wenn so mancher Entzug einem wie eine Ewigkeit vorkommen mag so handelt es sich oft nur um wenige Tage und Wochen. Nach einer Weile ist das Leben wieder schön, Ja sogar besser und befreiter als zuvor.
Viel Erfolg

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