foto einer aussage uebers scheitern eines gruenders von einer grossen firma

Übersetzung des Bild-Textes

Die allererste Firma die ich gründete, scheiterte mit einem großen Knall.

Die zweite Firma scheiterte weniger doll, aber scheiterte immernoch.

Meine dritte Firma, naja, sie scheiterte auch,
aber es war in Ordnung, ich erholte mich schnell davon.

Nummer 4 scheiterte nur ganz knapp. Es fühlte sich nicht toll an, aber es war ok.

Die fünfte war PayPal.

-Max Levchin-

Ich denke, seine Erfüllung zu finden, ist das Ergebnis des Probierens. (austesten, versuchen, entdecken, erforschen, machen)

Wer nichts probiert, der wird auch nicht viel neues erleben.
Unser Horizont geht nur biss zu dem, was wir kennen und was wir uns vorstellen können.

Wir können noch so viel lesen und im Fernsehen betrachten oder anderen zusehen wie sie etwas machen, aber wir wissen nur eindeutig wie etwas ist, wenn wir es selbst mal versucht haben.
Da sind wir wieder bei dem Kind und der berühmten heißen Herdplatte. Dies ist jedoch auch bei allen positiven Dingen und Erfahrungen nicht anders.

Probieren und versuchen bedeutet aber, im umkehrschluss auch, Fehler zu machen und in Dingen zu scheitern. Es wird niemanden geben, dem alles auf Anhieb gelingt. Manche richten sich einfach nur mehr auf ihre Erfolge aus, anstatt die Misserfolge zu betrachten.
Die erfolgreichsten Menschen, sind oft die häufigsten und erfolgreichsten scheiterer (wenn es dass Wort überhaupt gibt).

Scheitern ist normal und oft unausweichlich auf dem Weg zur Selbsterfüllung.
Aber es ist wichtig loszugehen, seinem Herzen und Bauchgefühl zu folgen und es zu versuchen.
Dinge austesten, Fehler machen, hinfallen, aufstehen, ein bisschen was ändern, weitermachen, oder etwas Neues versuchen.

Scheitern und Fehler, sind meiner Meinung nach zwei sehr missverstandene Worte, die viel schlechter behaftet sind, als sie sein sollten.
Sie klingen ziemlich schlecht und keiner mag sie so richtig.
Und doch sind es zwei elementare Dinge, die zum Leben dazugehören, sowie Spaß, Freude, Atmen, Erfolg, Liebe usw.

Hiervon ausgenommen sind natürlich bewusste Fehler, wie z.B. bewusst anderen oder der Natur Schaden zuzufügen, oder bewusst den dritten Weltkrieg auszulösen. So was sind absichtliche Handlungen und Doofheit.

Niemand scheitert gerne und doch macht es jeder sowieso ständig. Wer nichts tut, scheitert schon daran etwas zu versuchen.
Doch es wird erst ein Problem, wenn wir es in unserem Kopf zu einem Problem machen.
Erst, wenn wir Scheitern und Fehler mit unserer Persönlichkeit identifizieren wird es negativ.

Gerade wir deutschen haben ein sehr ängstliches Verhältnis zum Scheitern und zum Fehler machen.
Für viele von uns, ist die Vorstellung, etwas nicht richtig zu machen, oder jemanden nicht zufriedenzustellen, sehr grausam und mit enorm vielen Versagensängsten, Existenz-Ängsten und Selbstvertrauen einbüßen, verbunden. Oft ist diese Sichtweise auch durch unsere Erfahrungen hervorgerufen.

Ich möchte dass Thema mal kurz am Beispiel von Startups (Jungfirmen) und Firmengründungen verdeutlichen.

Ich habe mich sehr mit dem Silicon Valley befasst und viel über die Mentalität der Leute dort und in San Francisco gelesen.
Viele der großen Hightech Firmen sitzen dort wie z. B. Google, Facebook, Yahoo, PayPal usw. und viele davon, sind dort auch entstanden.
Große Firmen entstehen dort, unter anderem schneller, da die Leute und auch die Geldgeber da insgesamt gesehen, risikofreudiger sind.
Risikofreudig sein, hat meist etwas, mit weniger Angst haben zu tun, in diesem Fall ist die Angst vor dem Scheitern, dort eine andere, als wie in Deutschland zum Beispiel.
Ja die ganze Sichtweise auf das Scheitern, ist komplett anders und weniger negativ belegt im Valley.

Berlin wird ja öfter mit dem Mekka der Hightech und Startups verglichen, weil hier in unserer Hauptstadt, auch viele großartige Projekte entstehen. Dennoch ist die Entwicklung der Firmen hier teilweise eine andere, es gibt auch nicht so viele Big Player wie im Silicon Valley. Aber das muss es auch garnicht, denn der Vergleich hinkt.
Berlin, ist Berlin und auf seine eigene Art, auch für Jungfirmen und Gründer toll. Aber es wäre falsch es mit dem Silicon Valley zu vergleichen.

Viele beschweren sich, dass in Berlin so viele Firmen scheitern und nichts ganz großes werden.
Und das sich viele Geldgeber nicht trauen zu investieren und kaum Risiko eingehen.
Und auch das viele zögern ihre Ideen überhaupt umzusetzen.

Wer sich allerdings die andere Seite der Medaille ansieht, wird herausfinden, dass im Silicon Valley noch deutlich mehr Firmen scheitern.
Die zahl der gescheiterten ist dort deutlich höher, aber auch die Bereitschaft zum Scheitern ist deutlich höher.
In zahlreichen Berichten und Interviews, über das Firmen Mekka der Welt, habe ich gemerkt dass dort einfach bei weitem nicht so ein großes Thema daraus gemacht wird, eine Firma in den Sand zusetzen. Die Leute besinnen sich mehr auf die Stärken, nicht auf die Schwächen. Und die Leute dort haben schon lange gelernt, das Scheitern förderlich für die Entwicklung ist.

In einem Bericht stand beschrieben, das dort zahlreiche Geldgeber, (Business Angel, Venture Capital Firmen) viel eher Gründern Geld geben und in Firmen investieren, welche Schonmal mit einem Projekt gescheitert waren.
Die Geldgeber begründeten dies damit, dass Menschen die schonmal die Erfahrungen des Scheiterns gemacht haben, vielmehr Potenzial und Reife besitzen, auf Turbulenzen zu reagieren und es beim nächsten mal eventuell eher besser machen, allein durch diese Erfahrungen.

Hierzulande fühlen sich leider viele Leute schnell als Versager und Geben schnell auf.
Oder können sich nicht eingestehen gescheitert zu sein.
Oder noch schlimmer, versuchen es gar nicht erst.
Obwohl, es ja absolut menschlich ist und dazu gehört zum Leben.

Wir machen bedauerlicherweise unsere Gefühle und unsere Stimmung oft von dem abhängig was im außen gut oder weniger gut läuft.

Vielleicht liegt es daran, das wir deutschen den Ruf und den Anspruch haben, alles perfekt machen zu müssen, sauber, qualitativ, ordentlich, deutsch. Ist es vielleicht dass, was uns so beklemmt Dinge und Herzenswünsche und Ziele überhaupt anzugehen und wenn, dann beim ersten scheitern gleich alles hinzuschmeißen?
Meiner Meinung nach spielt dieses denken schon eine Rolle.
Vielleicht liegt es auch teilweise an unserer deutschen Vergangenheit.
Und natürlich spielen auch eigene Erfahrungen und die Erziehung eine Rolle.
Bist du als Kind für jeden kleinen Fehler doll bestraft worden, kann dies, dich später sehr blockieren, Dinge zu riskieren, die dir gefallen könnten.

Aber, es muss in Zukunft nicht so sein, dass uns die Angst vor dem Scheitern blockiert.

Fakt ist, viele freuen sich insgeheim ein kleines bisschen, wenn andere Fehler machen. Dann kommen sie sich, mit ihren Fehlern auch menschlicher vor.

Weil wir insgeheim eben doch wissen, dass es menschlich ist und dazugehört.
Jetzt brauchen wir nur noch zu lernen, das es sogar etwas gutes ist.
Freue dich also auf dass nächste mal, wenn du etwas in den Sand setzt, denn es ist normal und es bringt dich wieder einen Schritt näher an deine Erfüllung heran.
Es ist immer gut, zu dem zurückzukehren was du magst. Und dass wieder und wieder zu tun, egal wie viel davon floppt oder nicht, wenn du es liebst und es keinem schadet, dann mach es immer und immer wieder.

Ich denke, etwas aufzugeben was du magst, nur weil du gescheitert bist, ist falsch.
Etwas aufzugeben, was du nicht magst, wo du erfolgreich bist, ist richtig.
Etwas nie auszuprobieren, was sich gut anfühlt, ist schade.

Du darfst Fehler machen, du darfst scheitern, denn du bist Mensch und nicht besser oder schlechter als jeder andere, egal was du tust.

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