Mein Opa fragte Menschen, die er neu kennenlernte, immer zuerst: „Und, was schaffstn du?“ (hochdeutsch: Wo arbeitest du? 😉 ) Oder noch beliebter war: Wo schaffstn du?“
Und dann meinte er, den Menschen zu kennen.

Ich habe mal gewagt, ihm und meiner Oma (die mich, damals etwa 30-jĂ€hrig, mit den Worten: „Du siehst ja immernoch aus wie ein SchulmĂ€dsche!“ begrĂŒĂŸte) zu antworten : „Ja, ich bin SCHÜLERIN DES LEBENS.“

Damit konnten die beiden natĂŒrlich nichts anfangen. Also prĂ€zisierte ich: „Wahrscheinlich hĂ€lt mich das so jung, dass ich mich selbst als ewige SchĂŒlerin sehe. Als Menschen, der bereit ist, jeden Tag dazuzulernen. Es heißt doch so schön: Man lernt nicht von der Schule, sondern vom Leben.
(Naja, zugegeben habe ich den Spruch kennengelernt als „Man lernt nicht fĂŒr die Schule, sondern fĂŒrs Leben.“ Aber so ist’s doch viel treffender, oder 😉 ?)

Das haben die beiden zwar etwas komisch gefunden, konnten es aber akzeptieren. Denn Hauptsache, die Enkelin ist glĂŒcklich und gesund.

Uns sollte interessieren, ob Menschen glĂŒcklich sind, nicht (nur) was sie beruflich machen

Nichtsdestotrotz erlebe ich es in unserer leistungsorientierten Gesellschaft immer wieder – ganz egal, aus welcher Schicht oder Altersstufe -, dass Menschen danach eingestuft und bewertet werden, was sie denn beruflich machen.

Nicht, ob sie damit glĂŒcklich und zufrieden sind. Und auch nicht danach, ob sie generell zufrieden und gesund (und damit meine ich nicht nur die körperliche Gesundheit!) sind. Sondern nach ihrem Sozialprestige .

Was ich wirklich, wirklich schade finde.
Reicht es nicht, dass wie Menschen sind und uns darĂŒber bewusst sind? Dass wir leben dĂŒrfen? Dass wir lieben, lachen und uns ausprobieren dĂŒrfen? Dass wir etwas zum Großen und Ganzen beitragen dĂŒrfen (aber nicht mĂŒssen)?

Ist es nicht viel wichtiger, sich darĂŒber bewusst zu sein? Über das Menschsein, das Lebendigsein an sich? Das pure Lebendigsein immer wieder genussvoll auszukosten? (Das kann einfach nur die Konzentration auf den eigenen Ein- und Ausatem sein, das liebevolle BerĂŒhren des eigenen Körpers, das SpĂŒren des Bodens unter den FĂŒĂŸen…)

Es geht um IndividualitÀt, nicht um die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Berufsbild

Klar ist Arbeiten i.d.R. notwendig, um Geld zu verdienen. Schließlich braucht unser menschlicher Körper hin und wieder etwas zum Futtern 😉
Und da ist’s auch sinnvoll, ihn mit möglichst Hochwertigem zu versorgen. https://menschenfreund-blog.de/gluecksnahrung-diese-nahrungsmittel-machen-dich-gluecklicher-dopaminseorotonin-booster/

Es ist wunderbar, wenn Menschen in ihrem Job voll aufgehen, sich selbst verwirklichen und immer wieder in den Genuss des vielgepriesenen Flow kommen. Ich kenne solche Menschen (und muss zugegebenermaßen aufpassen, es ihnen einfach zu gönnen und nicht eifersĂŒchtig zu werden. Außerdem haben auch diese Menschen ihre Sorgen und Problemchen 😉 )

Aber die meisten werden wohl wie ich nicht zu diesen „GlĂŒcklichen“ gehören, die ihre ErfĂŒllung in einem klassischen Job finden (den auch mein Opa als solchen akzeptiert hĂ€tte 😉 )

Also lasst uns vielleicht in Zukunft einfach antworten: „Ich bin Mensch – und ich genieße mein Mensch-Sein hier in diesem Leben, voller Wunder und kleiner (und grĂ¶ĂŸerer) Abenteuer!“

531 Total Views 6 Views Today

Karen Laubinger

Hallo, ich bin Karen, hochsensitiv, voller Gedanken und oft am Hadern mit dieser Welt und den Menschen. Nach und nach lerne ich, mich auf das Positive zu fokussieren und auch die Schönheit im vermeintlichen Leid zu sehen.
Mein sehnlichster Wunsch ist eine Welt, in der sich alle Menschen bedingungslos wertschĂ€tzen, einander respektieren und vertrauen. In der sich niemand zu schĂ€men braucht fĂŒr sein ganz individuelles So-Sein. Ich glaube fest daran, dass wir dann ganz automatisch aufhören wĂŒrden, einander zu schaden.
Lasst uns gemeinsam zu solch einer wundervollen Welt beitragen! Wir können ganz einfach bei uns selbst anfangen ‒ und uns selbst wertschĂ€tzen, respektieren und vertrauen lernen, mit all unseren vielfĂ€ltigen Facetten 🙂

Alle Posts

Das könnte dich auch interessieren