Ich bin kein großer Freund von Medikamenten und von der Pharmaindustrie.
Meiner Meinung nach zählt jedoch im Falle einer schweren Depression, zunächst nur die Stabilisierung. Und da können auch Antidepressiva, unterstützend dazu beitragen, die aus dem Gleichgewicht geratene, Botenstoff Versorgung im Gehirn, wieder auf normal Niveau zu heben.

Grafik zeigt die wirkunsweise von antidepressiva

In einer Depression, ist die Konzentration der Botenstoffe (Neurotransmitter) Serotonin, Noradrenalin und Dopamin oftmals verringert. Antidepressiva verhindern hauptsächlich die Wiederaufnahme von Botenstoffen wie z. B. Serotonin in die Zellen und heben somit den Spiegel wieder an.
Dies kann den Betroffenen etwas Luft verschaffen, den Alltag in der Depression, wieder etwas mehr zu ertragen und die Therapie und Heilung unterstützen.
Jedoch sind Antidepressiva keine Wundermittel und das wichtigste in der Situation ist die Psychotherapie. Nur durch die Therapie, können Ursachen erkannt und bearbeitet werden, sowie Strategien zur Genesung und neue Gedankengänge entwickelt werden.

Durch die Medien und auch, durch den berechtigterweise schlechten Ruf, der Pharmaindustrie, haben viele Angst vor Medikamenten und vor Antidepressiva.
Viele denken, sie werden jemand anderes und ihre Persönlichkeit verändert sich, oder sie werden willenlos und gefügig, durch die Antidepressiva. Dies ist jedoch ganz und gar ausgeschlossen. Die Antidepressiva können niemanden zu einem anderen Menschen machen und können andersherum auch allein, niemanden glücklich machen. Es wird lediglich versucht, die Botenstoffversorgung von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin wieder ins Gleichgewicht zu bringen. So kann z. B. eine Therapie auch beschleunigt werden. Moderne Antidepressiva hauptsächlich SSRI haben kaum Nebenwirkungen und machen auch nicht abhängig

Generell werden Antidepressiva in antriebs- steigernde, beruhigende und angst-lösende Gruppen unterteilt.

Die bekanntesten und meist verbreitetsten Gruppen von Antidepressiva sind.

SSRI (Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer)

Dies sind die zur Behandlung von Depressionen am häufigsten eingesetzten und modernsten Medikamente, da sie wenige Nebenwirkungen haben und sehr gezielt wirken. Sie hemmen die wiederaufnahme von Serotonin in die Präsynapse, wodurch die Konzentration dieses Glücksbotenstoffes im synaptischen Spalt wieder erhöht wird.
Bekannte SSRI-Antidepressiva sind z.B. Fluvoxamin, Fluoxetin, Sertralin, Paroxetin, Citalopram und Escitalopram

SNRI (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer)

Sie hemmen den Rücktransport von Noradrenalin zum Speicherplatz und wirken sowohl stimmungsaufhellend als auch antriebssteigernd.
Bekannte SNRI-Antidepressiva sind Venlafaxin (Trevilor) Duloxetin (Yentreve, Cymbalta)

MAO-Hemmer

Sie hemmen das Enzym Monoaminooxidase. Dieses baut die Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin ab.
MAO-Hemmer werden nicht mehr sehr häufig verschrieben, da sie einige Nebenwirkungen haben und mit bestimmten Nahrungsmitteln und anderen Medikamenten nicht kombiniert werden dürfen, wie z. B.
– Beruhigungsmittel, Narkotika, Tranquilizer
– viele Antihistaminika (anti-allergische Medikamente)
– Alkohol, Ephedrin, Amphetamine, ß-Phenylalkylamine
– Koffeinhaltige Substanzen (Cola, Kaffee, Tee, Kakao, Guarana usw.)
– Dill-, Petersilien- Fenchelöl (geringe Mengen als Gewürz unschädlich)
– Bananen und Ananas
– Tyrosin-enthaltene Lebensmittel, wie Fisch, Geflügelleber,
– Asaron oder Muskatnuss
– Käse
und weitere.

Pharmazeutisch genutzte MAO-Hemmer sind u.a
Tranylcypromin, Moclobemid, Selegilin, Rasagilin

Trizyklische Antidepressiva

Sie hemmen die Wiederaufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin und haben ein eher breites Wirkungsspektrum.
Trizyklischen Antidepressiva gehören zu den älteren Medikamenten. Und da sie aufgrund ihres breiten Wirkungsspektrums, auch viele unerwünschte Nebenwirkungen haben, werden sie heutzutage eher selten verschrieben.
Wirkstoffe sind u.a
Amitriptylin-Typ (z. B. Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin);
Imipramin-Typ (z. B. Imipramin, Clomipramin):
Desipramin-Typ (z. B. Desipramin):

Bewertungen zu vielen Antidepressiva gibt es u.a auf therapier-dich.de

Wie lange müssen Antidepressiva eingenommen werden?

Bis bei betroffenen Menschen, die stimmungsaufhellende Wirkung der Antidepressiva eintritt, kann es – je nach Wirkstoffgruppe – im Durchschnitt zwischen sieben Tagen und drei Wochen dauern.
In dieser Phase kann es eventuell auch zunächst, zu einer verschlechterung der Depressions-Symptome kommen, auch desshalb sollten Antidepressiva nur in Absprache mit einem Arzt eingenommen werden.
Nach erfolgreicher Behandlung, sollten die Medikamente, nach Abklingen der Depression, noch ein halbes Jahr lang eingenommen werden. In weiterer Folge, kann die Therapie langsam ausgeschlichen werden. Niemals jedoch, sollten Antidepressiva schlagartig abgesetzt werden. Bei schweren oder wiederkehrenden Episoden, kann auch eine jahrelange Behandlung vonnöten sein.

Mögliche Nebenwirkungen von Antidepressiva sind Herzrasen, Schwindel, Schlafstörungen, Gefühlsstörungen, Hautjucken, Sehstörungen, Mundtrockenheit, Appetitverlust sowie sexuelle Störungen (z. B. weniger oder mehr Lustempfinden).
Diese Nebenwirkungen treten oft in der sogenannten Einstellungsphase auf und sind meist nicht von Dauer.
Oft treten bei Behandlung mit SSRI auch gar keine Nebenwirkungen auf.

Auch Genussmittel wie z.B Koffein, Alkohol, Nikotin, und viele Nahrungsmittel beeinflussen unser Botenstoffsystem im Gehirn.

Solltest du dich schon länger schlecht fühlen, dann suche bitte einen Therapeuten auf und mache den ersten und größten Schritt zu einem besseren Leben.

Medikamente allein können dich nicht von der Depression heilen, aber wenn es dir sehr schlecht geht und/oder du Suizid gefährdet bist, dann ist es meiner Meinung nach auch absolut einen Versuch wert, unterstützend moderne Antidepressiva heranzuziehen. Natürlich nur in Absprache mit dem Therapeuten. Dieser wird alles weitere mit dir besprechen.

Alles gute

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Georg Kirschstein

Georg Kirschstein

Hi, ich bin Georg
von der Spezies Mensch.
Nach einer teilweise schwierigen Kindheit, in der so manches Chaos herrschte, geriet ich immer mehr, vom fröhlichen beliebten Jungen, in einen selbst-hassenden, unsicheren, depressiven jungen Menschen. Ich merkte damals nicht, dass mich die Probleme Zuhause schleichend depressiv machten und veränderten. Es folgten viele Jahre reichhaltiger Alkoholkonsum und Drogenexperimente. Nur durch Verdrängung, konnte ich mich und meine Umwelt ertragen. Irgendwann wusste ich nicht mal mehr, was Glück und Freude sein können. Ich war soweit unten, dass ich am absoluten Nullpunkt angelangt war. Ein sehr spannender, aber beängstigender Punkt. Heute bin ich unglaublich dankbar, dass ich mich an dieser Kreuzung für das Leben entschieden hab. Nach einer Selbstfindungsphase, mit Therapie und vielen wichtigen Erkenntnissen, Höhen und Tiefen, Beziehungen, vielen verschiedenen Jobs (unter anderem im Altenheim, für die Telekom im Verkauf, als Autovermittler, im Krankenhaus, als Tischler in einer Ausbildung, als Avocado Bauer usw.) und einer Reise ans andere Ende der Welt und vielen tollen Begegnungen, kann ich seit einiger Zeit sagen, das ich dem glücklich sein ziemlich nahe bin und das Leben mit all seinen Höhen und Tiefen Liebe, schätze und genießen kann. Mit dem heutigen Wissen, weiß ich das Licht und Schatten eng beieinander liegen und es eben kein langer und harter Weg sein muss, aus einer Krise, Depression oder Unzufriedenheit heraus zu kommen. Solange man sich wieder auf seine eigentliche Natur begibt, nämlich dem Mensch sein an sich. Ein Hase kann auch nicht erfolgreich sein, wenn er versucht eine Schlange sein zu wollen. Der Unterschied ist, das der Hase das weiß und wir Menschen oft leider nicht. Aber genug von Hasen und Schlangen. Seit langem beschäftige ich mich mit Psychologie, Selbstverwirklichung, Lebenskunst, Gesundheit, Meditation und der eigentlichen Wirklichkeit des Lebens und Seins. Und hoffe durch diesen Blog auch anderen ein bisschen mit meinen Erfahrungen weiterhelfen zu können.

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