Des öfteren im Leben wollen einem Menschen erzählen was man müsste und wann man etwas muss oder sollte.
Dabei gibt es, bis auf ein paar biologische Zeitlimits keine festgelegte Zeit und Pflicht für irgendetwas im Leben.

Man muss seinen ersten Kuss nicht in einer bestimmten Zeit absolviert haben.
Man muss nicht mit 30, 40 oder 50 verheiratet sein.
Man muss kein bestimmtes materielles Einkommen erziehlen.
Man muss sich nicht etliche vermeindliche Sicherheiten schaffen.
Man muss gar nichts und schon garnnicht weil andere glauben es wäre das beste.

Du bist nicht hier um mit dem Strom zu schwimmen oder der Meinung anderer durch dein Handeln und beipflichten Gewicht zu geben.

Auch bist du nicht hier um einem bestimmten Verhaltensmuster nachzugehen und irgendwelche Vorgefertigten Muster-Lebenszeitpläne anzuwenden.

Und auch nicht um einem regionalen Gesellschaftsideal zu entsprechen.

Nein, du bist hier um dein Leben so wie du es willst, im Rahmen der Möglichkeiten, in deinem Tempo und Zeitplan, zu leben.

Und das so frei wie du nur kannst.

Freiheit bedeutet nicht, dass man immer nur tun kann was man will, sondern dass man nicht tun muss was man nicht will.

Und man muss von Natur aus, viel weniger als alle denken.

Leider haben das einige Menschen noch nicht verstanden und denken immernoch man müsse unheimlich viel machen, leisten, darstellen und erreichen um glücklich zu sein im Leben.

Dies erwarten Sie dann auch von ihrem Umfeld, besonders um sich selbst in ihrem Trieb sicher und bestätigt zu fühlen. Somitt drängen sie andere auch dazu den hektischen, materiellen Überfluss und Standardwegen zu folgen.

Oftmals wurde ihnen der Glaube an zahlreiche Dinge die man im Leben machen müsste, schon durch die Erziehung von ihren Eltern, oder durch das Umfeld, weitergegeben.

Obendrauf kommt noch die Schiene, die einem die jeweilige Gesellschaft, in der man sich gerade befindet vorgibt. An ihr orientieren sich die meisten Menschen und geben dann diesen Katalog von Müssensmustern an ihren Nachwuchs weiter.

In den unterschiedlichen Teilen der Welt sind es verschiedene Muster in die man gepresst werden soll.
Bestimmte Vorgaben was man doch alles so machen müsse um ein guter Gesellschaft-Bürger zu sein.

Diese Muster variieren zu Teilen auch von Gemeinde zu Gemeinde.

Jene, die sich dann in perfekter Umsetzung dieser Vorgaben sehen, zeigen dann gern herablassend mit dem Finger auf die anderen. Oder ergötzen sich bei Zaungesprächen mit dem Nachbarn über die Menschen die in ihren Augen anders sind.
Hippie, Rebelle, Freigeist, Querruland, Verrückter, Spinner, Marsmensch, Ausreisser, Spießer sind nur einige wenige Bezeichnungen die der Perfekte Gutbürger und selbsternannte (meist nach eigener Ansicht – hart arbeitende und am meisten Steuern zahlende, stets richtig handelnde) Normale Mensch, für jene Mitmenschen bereithällt, die nicht in sein Weltbild passen und nicht machen was man doch eigendlich als ’normaler Mensch‘ so alles machen müsste im Leben. du musst dies alles

Schon früh in der Kindheit werden wir für diese Gesellschaft geformt.

Die Eltern, die Lehrer, die Freunde, die Medien, die Politiker, die Vorgesetzten alle sagen einem was man machen und werden muss oder sollte.

Nach diesem oder jenen Muster ist wohl richtig und gut.
Es gibt scheinbar nur eine ideale Richtung und die ist gut für alle beteiligten.
In dieser ideal-Richtung fällt man auch am wenigsten auf, denn man macht so ja alles richtig und normal wie es eben sein sollte.

Mit 30 sollte man dieses und jenes machen….
Mit 40 dies und das besitzen…
Mit 50 muss man sowas können…….
Mit 60 soll man das und das erreicht haben..

Und am Ende fragt man sich, als Mensch der in dieser Form nur dieses eine Leben hat. Wozu der ganze Quatsch?

Warum muss ich dieses und jenes überhaupt?
Was bringt mir das?
Wo sind die ganzen vermeindlichen Sicherheiten die es mir bringen sollte und wo zur Hölle ist der Spass und die Freude geblieben?
Wo ist das Glück?

Lebe ich villeicht nur ein ideal was sich andere für mich vorstellen?
Lebe ich nur nach diesem Muster-Plan damit sich andere keine Sorgen machen brauchen?
Oder bin ich sogar auf dem Weg den andere eigendlich leben wollten, der zu mir aber garnicht passt?

Viele solcher Gedanken, Aussagen und Fragen kamen in Gesprächen mit Bewohnern der alten und Pflegeeinrichtung Ludwigshafen zu Tage, in der ich eine Zeit lang arbeitete und viel über das Leben lernte, wunderbare Menschen traf und besonders begriffen hab, wie wichtig das freie Sein und denken sowie das stetig neu Betrachten des eigenen Selbst und Lebens ist.

Natürlich ist vieles von dem, was uns unsere Eltern uns auch über Lebensführung beibringen, richtig und wichtig. Eine gewisse Struktur und Ordnung ist enorm hilfreich für das eigene Leben und notwendig für das Zusammenleben in einer Gesellschaft.
Doch all das zählt nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Danach ist es wichtig sich selbst und seinen Weg zu finden und stetig neu zu betrachten und zu Spiegeln.

Eltern, Verwandte und wahre Freunde meinen es meist gut. Während Vorgesetzte natürlich Interessen geleitet denken, wenn Sie uns irgend eine Schiene aufdrücken.

Aber auch die nahestehenden Menschen blicken nun mal durch ihre eigene Brille.

Das was für sie gut ist muss nicht für andere gut sein.
Genau wie das, was uns weiterbringt und glücklich macht, nicht generell andere glücklich machen und weiterbringen muss.

entspannt auf der wiese liegenGlück und Erfolg ist in deinem Ermessen, jeder kann und sollte es selbst für sich definieren.
Nur du kannst anhand der Selbstfindungsphasen und Erfahrungen im Laufe des Lebens herausfinden was Erfolg, Glück und Erfüllung gerade jetzt für dich bedeutet.

Ein großer Erfolg für jemanden, kann es zum Beispiel sein, mit wenig glücklich und zufrieden zu sein.

Erfolg und Glück kann für jeden, der nicht von Werbung und Medien geleitet denkt, etwas anderes sein.

Und das gesellschaftliche Ideal ist zu weiten Teilen ein Irrweg, der den Arbeitgebern aber nicht dem Glück des Menschen dient.

In Wirklichkeit ist das Leben einfacher.

Man muss deutlich weniger im Leben als viele denken, was man alles müsste.

Anstatt irgednwelchen Langzeitmustern und Wunschvorstellungen anderer zu folgen, ist es klüger seine Zeit und Energie in sein eigenes tägliches Glück zu investieren. Und dafür ist viel weniger notwendig als wir denken. Wichtig ist bei sich zu bleiben und sich stetig neu zu entdecken. Denn nur so weißt du was immer gerade jetzt richtig und wichtig für dich ist.

Es wird immer Leute geben die dich in Schienen pressen wollen und dir sagen wollen was du tun solltest und was man alles machen muss im Leben.

Du musst doch dies und du musst doch das….
Du musst doch langsam mal…..
Und du solltest doch endlich….
Warum hast du den nicht…..
Warum tust du nicht jenes…..

Aber

DU MUSST GARNICHTS

Sobald die Erziehung und die Ausbildung vorbei ist muss man kaum etwas.

Du musst weder sparen und Geld anhäufen noch irgend ein hohes Einkommen erzielen.
Du musst keine großen Anschaffungen machen und irgendwelchen materiellen Besitz anhäufen.
Du musst keinen Titel tragen und Zertifikate sammeln.
Du musst keine Karriere machen und langfristig bei einer Sache bleiben.
Du musst auch nicht jeden deiner Ziele und Träume ansteuern und umsetzen.
Du musst nicht die ganze Welt gesehen haben.
Du musst dich nicht hetzen und Tausende Dinge Täglich erledigen.
Du musst keine Ernährungstrends mitmachen und keine besonderen Kleider tragen.
Weder musst du einen Partner haben noch eine Familie gründen.
Du musst nicht Weihnachten, Ostern oder irgendwelche anderen Feste feiern.
Keinen Baum aufstellen, keine Eier verstecken, keinen Hammel schlachten.
Du schuldest keinem Rechenschafft für deinen Weg.
Du musst nicht die scheinbaren Erwartung anderer erfüllen.
Du musst die anderen nicht glücklich machen oder dein gesamtes Umfeld zufrieden stellen.
Du musst nicht ständig gut drauf sein und auch nicht grinsen wenn dir nicht danach ist.
Du musst keine Zeit mit Menschen die du nicht magst verbringen.
Du musst niemandem außer dir selbst etwas beweisen.

Man muss gar nichts.

Außer.

Essen, Trinken, auf Toilette gehen, schlafen, ausreichend für dich selbst und ggf. deine Familie sorgen, und irgendwann mal sterben im Leben.

Sonst nichts

Es gibt noch ein paar wenige wichtige “solltes“.

Man sollte die Würde der Natur und aller Lebewesen respektieren.
Man sollte sich an die örtlichen Gesetze halten.
Man sollte versuchen sich selbst so oft es geht glücklich zu machen.
Man sollte Liebe geben im Leben.

Man sollte sich nicht vom müssen verblenden lassen.

Du kannst vieles, du solltest manches aber du musst nur sehr wenig im Leben.

 

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