Wir alle haben Sie und wir alle brauchen Sie. Doch wir alle wollten am liebsten auf die negativen von Ihnen verzichten.
Unangenehme Gefühle möchte man doch einfach nicht haben. Aber auch sie sind wichtig für uns und förderlicher als wir denken.

Und egal was man macht um sie zu verdrängen, sie kommen wieder und werden lauter und lauter. Irgendwann wuchern sie gar zu psychosomatischen Problemen heran und können uns schaden.

So oft der Mensch das in der heutigen Zeit auch versuchen mag, er kann sich den Gesetzen der Natur nicht entziehen.

Druck erzeugt Gegendruck.
Jeder Effekt hat einen Gegeneffekt, so auch die Verdrängung.

Ein Gefühl krampfhaft weg-haben wollen, funktioniert nie. Generell wird es dadurch einfach nur noch schlimmer.

Alles im Inneren, wogegen du ankämpft, häuft sich höher und höher vor dir auf.

Es ist als ob die Gefühle sagen wollen, “Hey beachte mich, ich tu dir nichts aber nimm mich ernst, ignorieren mich nicht, ich will dir etwas sagen und dir helfen“. “Nimm mich an, dann werde ich dich nicht lange beschäftigen“.

Für den Moment scheint der Alkohol oder jegliche Ablenkung gut zu tun. Aber in Wirklichkeit füttert man dadurch nochmehr das Gefühl, welches man eigentlich nicht fühlen möchte.

Darauf folgt dann der wachsende Berg, welcher nun mit immer mehr Kraftaufwand verdrängt werden muss. Von Tag zu Tag, Monat zu Monat, wird es schwerer, diese stetig wachsende Last mit sich herumzutragen.

Nebengefühle.

Durch das verdrängen des eigentlichen Gefühls, entstehen weitere, zusätzliche negative Gefühle. Zum Beispiel Unbehagen, Angst, innere Unruhe.

Kämpfen wir gegen einen Gedanken oder ein Gefühl an, dann entsteht zwangsweise auch immer Unruhe.

Auch wenn wir einer Situation entfliehen wollen oder einen Zustand nicht haben möchten, entsteht Unruhe in uns.

Zwang, Widerstand und negative Gedanken sind große Unruheherde.

Möchte man nicht so sein wie man gerade ist, oder nicht sein wo man gerade ist entsteht Unruhe.

Auch wenn man tendenziell nur im Gestern oder im Morgen lebt, wird sich, im hier und jetzt, innere Unruhe in uns ausbreiten.

Ein Kampf gegen seine Gedanken und Gefühle endet immer in einer Sackgasse und beschleunigt gar die Ausbreitung der negativen Gefühle samt ihrer Begleiterscheinungen.

Kein Mensch kann dem Schatten entrinnen. Lichtarbeit alleine ist nichts als Verleumdung der Natur und Menschlichkeit. Das Leben braucht Licht und Schatten, Tag und Nacht, hell und dunkel, Yin und Yang.

Wahre Stärke ist es, sich seinen Schattenseiten zu stellen und daran zu wachsen.

Dort wo NUR Licht ist, gibt es nichts anderes, keine Materie, kein Leben und auch nicht dich. Stehst du jedoch im Licht so entsteht auch immer Schatten.

Wenn wir nur ins Licht sehen, dann werden wir geblendet.
Wenn wir nur den Schatten sehen, dann gehen wir ein.
Zum Glück können wir uns bewegen, unseren Kopf drehen und unsere Blickwinkel öfter mal verändern.

Der gesunde Umgang mit Gefühlen.

Der richtige Umgang mit negativen Gefühlen macht sie viel weniger belastend für uns. Man kann sich viel Leid ersparen, indem man dies besser früher als später umzusetzen lernt.

Anstatt den Berg also weiter anzuhäufen und viel Kraft, Energie und Zeit in das verdrängen zu investieren und dadurch zu riskieren krank zu werden, können wir uns das Leben deutlich effektiver und angenehmer gestalten.

Und das ist langfristig gesehen stärker und gleichzeitig auch einfacher als das verdrängen.

Egal was man über Glück, Selbstfindung und Zufriedenheit im Leben liest und lernt, am Ende kommt alles immer auf dasselbe hinaus.

bewusster leben, weniger verdrängen, mehr im hier und jetzt Sein.

Hingucken
wahrnehmen
beobachten
benennen
annehmen

Was gerade da ist, im Inneren.

Auch bekannte Persönlichkeiten, Ärzte, Psychologen, Therapeuten, spirituelle Lehrer usw. sind sich in dieser Hinsicht einig.

Ein paar der bekannten Beispiele.

Eckhart Tolle zum Beispiel, beschreibt wunderbar in seinem Buch “ jetzt die Kraft der Gegenwart“, wie man der Beobachter seiner selbst, seine Egos und seines Schmerzes werden kann und dadurch lernt mit all dem umzugehen.

Rüdiger Dahlke, beschreibt besonders in seinem Buch “ die Schicksalsgesetze“, wie wichtig die Polarität im Leben ist. Und wie wertvoll auch der Schatten sein kann.

Robert Betz, betont immer wieder, die Wichtigkeit des annehmens, und hat dies mit dem wunderbaren Satz “es darf jetzt da sein“ verdeutlicht.

Sie alle haben Recht.

Und dieser eine Satz verändert wirklich alles in dem Moment.

Es darf jetzt da sein.

Gefühle wie, – Angst, Schmerz, Trauer, Ärger, Scham, Schuld oder negative, verrückte oder gar erschreckende Gedanken, all das ist normal. All das ist Teil von dir und jedem anderen Menschen auch.
Und all das belastet uns nur, solange wir dagegen ankämpfen.

Gefühle reden mit uns, sie sind enorm wichtige Wegweiser und Ausdruck unserer Lebendigkeit.

Alle Gefühle haben ihre Berechtigung und ihren Sinn für uns. Entscheidend ist was wir draus machen.

Es geht nicht darum jede missliche Lage, zu akzeptieren sowie sie ist und nichts zu verändern. Sondern darum die Gefühle erstmal wahrzunehmen, anzunehmen und zu deuten ohne sie wegzuschieben. Denn nur so können wir die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Und dieser eine Satz kann uns enorm dabei helfen.

Ja Gefühl du darfst jetzt da sein.
Ja negativer Gedanke du darfst jetzt da sein so wie du bist.
Ja Stress auch du darfst jetzt da sein.

Was sich bescheuert anhörn mag, ist der einzig wahre Schlüssel zum Umgang mit dem Schatten in uns.

Allein schon weil wir es zulassen, bearbeiten wir es.
Wir kämpfen nicht mehr gegen uns selbst an und allmählich hört es auf uns fertig zu machen. Die innere Unruhe und alle Nebengefühle verschwinden rasch, weil wir das Hauptgefühl annehmen.

Man lässt sich nicht mehr einschüchtern und überwältigen von seinem inneren.
Man akzeptiert die Gefühle als Teil von sich selbst ohne sie wegzuschieben und ohne sie größer zu machen als sich selbst. Man ist nicht mehr der Sklave seiner Gefühle sondern übernimmt wieder die Kontrolle.

Du bist nicht deine Gedanken und deine Gefühle, aber beides ist ein Teil von dir.

In dem Moment in dem du der Beobachter deiner Gefühle wirst, bist du nicht mehr das Unbehagen.
Man ist nicht mehr sein Gefühl aber man versucht es auch nicht loszuwerden. Man nimmt es an ohne es überzubewerten. Man verdrängt es nicht aber man ignoriert es auch nicht.

Die Kraft der Worte

Das kleine Wort “Aha“, kann dabei eine wunderbare Stütze und Bekräftigung, der Beobachtung sein.

Aha, ich fühle mich gerade ängstlich, wütend, unruhig………..
Aha du Trauer, Schmerz, Angst ist jetzt gerade wieder da.
Du darfst jetzt da sein.

Jetzt, da man das Gefühl angenommen hat, es wahrnimmt und ihm erlaubt zu existieren, beginnt es schon weniger belastend zu sein und wird von hier an, nach und nach abklingen.

Das annehmen der Gefühle allein ist schon ein großer Teil der Verarbeitung und alle negativen Begleiterscheinungen des Widerstandes gehen dadurch verloren.
Jedoch ist es sehr wertvoll für die Zukunft, sich noch ein bisschen mehr mit dem Gefühl zu beschäftigen und ihm noch ein bisschen weiter zu zuhören.

Folgende Fragen können bei der weiteren Analyse von Gefühlen helfen.

Warum ist das Gefühl jetzt gerade da?
Welches Ereignis könnte das Gefühl ausgelöst haben? (Dies kann ein aktuelles Ereignis, oder eines, das weit in der Vergangenheit liegt, sein.)
Welche meiner Gedanken, füttern dieses Gefühl immer wieder? (Was habe ich gerade zuvor gedacht?)

Unser Gedanken dabei sind immer entscheidend.
Die Umformulierung, jener Gedanken und das weitere verarbeiten, der auslösenden Ereignisse, ist ein großer Schritt zum glücklicheren Leben.
Hierbei kann die Hilfe eines Therapeuten eine große Stütze sein.

Zusammenfassung.

1. Erkennen, bennen,   – aha, Gefühl ….. du bist jetzt da.

2. Annehmen   –  du darfst jetzt da sein

3. Deuten
– wo spüre ich es am meisten?
– was macht es mit mir?
– woher kommt es?
– welche gedanken sind verknüpft?

4. Lösungswege erarbeiten. (am besten in Therapie)
– Ereignisse betrachten, bearbeiten, verarbeiten
– Gedanken verändern und negative Überzeugungen auflösen.

Verdrängung nützt nichts. Ein Leben ohne Gefühle funktioniert nicht. Besser wir lernen mit ihnen umzugehen und zu ihnen zu stehen. Auch wenn sie manchmal schmerzen, sie sind ein wichtiger Teil von uns.

Sei nicht mehr der Gegner der Gefühle, sondern werde ihr Freund und Beobachter. Dann können Sie dir nichts ausser dir weiterhelfen, dir neue Türen zeigen und Wege weisen. Sie sind nur Besucher und normalerweise nicht zum bleiben gedacht. Sie gehen Vörrüber sobald sie gehört und wargenommen wurden.

Denn Gefühle sind die Stimme deines Herzens.

Sie dürfen da sein.

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